Entscheidung im Bundesrat: Kommt endlich das Girokonto für alle?

Entscheidung im Bundesrat: Kommt endlich das Girokonto für alle?

Wenn es nach dem Willen des Bundesrates geht, sollen alle Banken in Deutschland den Bürgern die Nutzung eines Girokontos ermöglichen, das auf Guthabenbasis geführt wird. Schon im August diesen Jahres wurde dafür ein Gesetzentwurf veröffentlich, der sich auf eine Mitteilung des Bundestages beruft, wonach fast eine Million Bürger keine Möglichkeit haben, ein Girokonto zu eröffnen.

Der Vorteil eines Girokontos auf Guthabenbasis ermöglicht den Bürgern, dass sie Überweisungen tätigen und Bareinzahlungen tätigen können. Zudem werden auch Überweisungen von Arbeitsentgelten oder Bezügen ermöglicht. Verfügen kann der Kontoinhaber über das Geld, solange das Konto gedeckt ist. Grundsätzlich gibt es für ein solches Konto keinen Dispositionskredit. Der Kunde erhält für Abhebungen an Geldautomaten eine EC-Karte, kann sich aber keine Kreditkarte ausstellen lassen.  Die Brüsseler Kommission strebt an, eine entsprechende EU-Richtlinie zu verabschieden, was aber laut Bundestag durch die Regierung abgelehnt wird. Abzuwarten ist vielmehr der Abschluss der Beratungen.

Zu diesem Thema verweist der Bankenverband auf das „Konto für jedermann“, wodurch dem Menschen die Teilnahme am sozialen Leben ermöglicht wird. Schon 1995 hat sich die Kreditwirtschaft darauf geeinigt, dass Personen die Möglichkeit gegeben werden soll, ein Konto auf Guthabenbasis einzurichten.

Der Gesetzentwurf des Bundestages sieht vor, dass die Banken in den einzelnen Ländern dazu verpflichtet werden, die Einrichtung eines Guthabenkontos zu ermöglichen. In Nordrhein-Westfalen wären dies beispielsweise die Sparkassen. Um eine Gleichbehandlung zu erreichen und Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, müssen alle Banken zur Eröffnung von Guthabenkonten verpflichtet werden.

Inzwischen hat die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag unterbreitet, wonach der Verbraucher künftig Anspruch auf ein Guthabenkonto hat. Aus dieser Basis entsteht die Verpflichtung der EU-Staaten, mindestens ein bestimmtes Kreditinstitut auszuwählen, welches dem Verbraucher ein solches Konto mit angemessenen Gebühren zur Verfügung stellt.  Der Bundesrat sieht diesen Richtlinienvorschlag als unvertretbar an, da dadurch die Probleme des Kunden nicht gelöst werden. Daher kann nur abgewartet werden, ob wirklich das Girokonto für alle kommt.

Weiterführende Informationen zum Thema unter:

http://www.kostenloses-konto.net/jedermann-konto.html

http://www.bild.de/themen/specials/girokonto/geld-sparen-news-fotos-videos-17040832.bild.html

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